Was ist das Aufstiegs-BAföG?
Die gesetzliche Grundlage bildet das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG). Gefördert werden Fortbildungen öffentlicher und privater Träger in Vollzeit oder Teilzeit, wenn sie gezielt auf öffentlich-rechtliche Prüfungen oder gleichwertige Abschlüsse vorbereiten. Insgesamt umfasst das Aufstiegs-BAföG mehr als 700 verschiedene Fortbildungsabschlüsse.
Vielfältige Berufsfelder und Qualifikationsstufen
Die Förderung ist nicht auf einzelne Branchen beschränkt, sondern deckt ein breites Spektrum ab:
- Handwerk und Industrie: Meisterkurse, Industriemeister und Techniker
- Kaufmännische Berufe: Fachwirte, Fachkaufleute und Betriebswirte
- Soziale Berufe: Erzieherinnen, Erzieher und heilpädagogische Berufe
Das Aufstiegs-BAföG begleitet dabei drei moderne Fortbildungsstufen: Geprüfte/r Berufsspezialist/in, Bachelor Professional sowie Master Professional. So können mehrere aufeinander aufbauende Karriereschritte gefördert werden.
Wer kann Aufstiegs-BAföG erhalten?
Gefördert werden Personen, die die Voraussetzungen der jeweiligen Fortbildungsordnung für die Prüfungszulassung erfüllen oder zu einer entsprechenden fachschulischen Fortbildung zugelassen sind.
Zugangswege und persönliche Voraussetzungen
- Mit Berufsabschluss: Eine abgeschlossene Berufsausbildung bildet in den meisten Fällen die Grundlage.
- Ohne Berufsabschluss: Auch Personen ohne klassischen Ausbildungsabschluss können gefördert werden, sofern die Fortbildungsordnung eine Zulassung über mehrjährige Berufspraxis ermöglicht.
- Akademiker: Personen mit einem Bachelorabschluss können ebenfalls gefördert werden (sofern dies der höchste Hochschulabschluss ist). Wer bereits einen Masterabschluss besitzt, hat in der Regel keinen Anspruch mehr.
- Keine Altersgrenze: Die Förderung ist völlig altersunabhängig.
Wie hoch ist die finanzielle Förderung?
Die finanziellen Leistungen setzen sich aus steuerfreien Zuschüssen und einem zinsgünstigen Bankdarlehen der KfW zusammen. Die Kosten für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden unabhängig vom Einkommen gefördert.
Zentrale Fördersätze im Überblick
Förderbereich | Höchstbetrag | Zuschussanteil | Darlehensanteil |
|---|---|---|---|
Lehrgangs- & Prüfungsgebühren | bis zu 15.000 € | 50 % (direkter Zuschuss) | 50 % (KfW-Darlehen) |
Darlehenserlass (bei Bestehen) | 50 % des Restdarlehens | Zusätzlicher Erlass nach erfolgreicher Prüfung |
|
Meisterstück / Materialkosten | bis zu 2.000 € | 50 % (direkter Zuschuss) | 50 % (KfW-Darlehen) |
Durch den 50-prozentigen Darlehenserlass nach bestandener Prüfung reduziert sich die tatsächliche Rückzahlungsbelastung für Absolventinnen und Absolventen nochmals erheblich.
Unterhaltsförderung bei Vollzeitmaßnahmen
Wer an einer Vollzeitfortbildung teilnimmt und daher dem Arbeitsmarkt nicht voll zur Verfügung steht, kann zusätzlich einen Beitrag zum Lebensunterhalt erhalten. Dieser Unterhaltsbeitrag wird einkommens- und vermögensabhängig geprüft, wird jedoch vollständig als Zuschuss ausgezahlt und muss nie zurückgezahlt werden.
Unterhaltsförderung bei Vollzeit im Überblick
Art der Unterstützung | Maximale Monatshöhe |
|---|---|
Unterhaltsbeitrag (für Teilnehmer) | bis zu 1.019 € pro Monat |
Zuschlag für Ehepartner / Lebenspartner | bis zu 235 € pro Monat |
Zuschlag pro Kind (mit Kindergeldanspruch) | bis zu 235 € pro Monat |
Kinderbetreuungszuschlag (für Alleinerziehende) | 150 € pauschal pro Kind/Monat |
Vollzeit oder Teilzeit: Wo liegt der Unterschied?
Sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitkurse sind förderfähig. Der wesentliche Unterschied liegt im Leistungsumfang:
Teilzeitfortbildung
Ideal für Berufstätige, die weiterhin im Beruf arbeiten möchten. Die Förderung konzentriert sich hier auf die Übernahme der Lehrgangs-, Prüfungs- und Materialkosten.
Vollzeitfortbildung
Gedacht für Personen, die sich vollständig auf die Fortbildung konzentrieren. Hier besteht neben der Übernahme der Kursgebühren zusätzlich der Anspruch auf die einkommensabhängige Unterhaltsförderung zum Lebensunterhalt.
Wie wird der Antrag gestellt?
Die Beantragung erfolgt in der Regel bei den kommunalen Ämtern für Ausbildungsförderung oder den Handwerks- bzw. Industrie- und Handelskammern vor Ort.
Schritte zur Antragstellung
- Frühzeitige Planung: Den Antrag am besten einige Wochen vor Kursbeginn stellen.
- Online-Antrag nutzen: Das offizielle BAföG-Portal bietet die Möglichkeit einer digitalen Antragstellung.
- Unterlagen einreichen: Benötigt werden Anmeldebestätigungen des Lehrgangsanbieters, Nachweise über den Berufsabschluss sowie bei Vollzeitmaßnahmen Einkommens- und Vermögensnachweise.
Warum sich das Aufstiegs-BAföG lohnt
Das Aufstiegs-BAföG nimmt die finanzielle Hürde von anspruchsvollen Weiterbildungen. Durch die Kombination aus 50 % Zuschuss und 50 % Darlehenserlass nach bestandener Prüfung trägt der Staat den Großteil der Kosten. Es ermöglicht Fachkräften den Schritt auf die nächste Karrierestufe, erhöht die Aufstiegschancen im Betrieb und sorgt für langfristige berufliche Sicherheit.
