Geld & Finanzen im Studium: Die Checkliste für das erste Semester

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Der Studienstart ist aufregend: neue Stadt, neue Leute, vielleicht die erste eigene Wohnung. Gleichzeitig kommen viele finanzielle Fragen auf. Wie viel Geld brauche ich im Monat? Welche Hilfen stehen mir zu? Und welche Versicherungen sind wirklich Pflicht?

Wer sich schon vor dem ersten Semester um seine Finanzen kümmert, spart später Zeit, Stress und oft auch bares Geld. In dieser Checkliste erfahren Sie, was Sie vor dem Semesterstart erledigen sollten, welche finanziellen Hilfen es für Studierende gibt und wie Sie Ihr Budget im Blick behalten.

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Veröffentlicht am  von Elif Ates

Zusammenfassung
  1. Vor dem Semesterstart: Das sollten Sie erledigen
  2. Finanzielle Hilfen für Studierende
  3. Das eigene Budget planen
  4. So sparen Sie im Studium
  5. Ihre Finanz-Checkliste für das erste Semester
  6. Gut vorbereitet ins Studium starten

Vor dem Semesterstart: Das sollten Sie erledigen

Ein kostenloses Girokonto eröffnen

Für BAföG, Kindergeld, Nebenjob und Miete brauchen Sie ein eigenes Konto. Viele Banken bieten für Studierende kostenlose Girokonten an, oft bis zu einem bestimmten Alter. Achten Sie darauf, dass auch die Girocard bzw. Debitkarte und das Abheben am Automaten kostenlos sind.

Die Krankenversicherung klären

In Deutschland müssen alle Studierenden krankenversichert sein. Ohne Nachweis ist keine Einschreibung möglich. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Familienversicherung: Bis zum 25. Geburtstag können Sie kostenlos über Ihre Eltern versichert bleiben, solange Ihr regelmäßiges Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Bei einem Minijob liegt sie 2026 bei 603 Euro im Monat.
  • Studentische Krankenversicherung: Wer älter ist oder mehr verdient, zahlt einen Studierendentarif. Je nach Krankenkasse, Alter und Kinderzahl kostet er 2026 rund 133 bis 146 Euro im Monat, inklusive Pflegeversicherung.

Den Semesterbeitrag einplanen

Vor jedem Semester zahlen Sie einen Semesterbeitrag an Ihre Hochschule. Er finanziert unter anderem das Studierendenwerk, die Studierendenvertretung und oft ein Semesterticket für Bus und Bahn. Je nach Hochschule liegt er meist zwischen etwa 100 und 400 Euro. Den genauen Betrag und die Frist finden Sie auf der Website Ihrer Hochschule.

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Finanzielle Hilfen für Studierende

BAföG

Das BAföG ist die wichtigste staatliche Hilfe für Studierende. Im Wintersemester 2026/27 beträgt der Höchstsatz 992 Euro im Monat für Studierende, die nicht bei den Eltern wohnen und selbst krankenversichert sind. Darin enthalten ist eine Wohnpauschale von 380 Euro. Die Hälfte des BAföG ist ein zinsloses Darlehen, die andere Hälfte ein Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen müssen. Die Höhe hängt vor allem vom Einkommen Ihrer Eltern ab.

Wichtig: BAföG wird nicht rückwirkend gezahlt, sondern erst ab dem Monat, in dem Ihr Antrag eingeht. Stellen Sie den Antrag deshalb so früh wie möglich, am besten online über BAföG Digital. Fehlende Unterlagen können Sie nachreichen.

Kindergeld

Während Ihrer ersten Ausbildung oder Ihres ersten Studiums haben Ihre Eltern in der Regel weiterhin Anspruch auf Kindergeld, längstens bis zu Ihrem 25. Geburtstag. 2026 sind das 259 Euro im Monat. Viele Eltern geben das Kindergeld an ihre studierenden Kinder weiter. Klären Sie am besten früh, wie Sie das handhaben.

Studienstarthilfe

Studierende unter 25 Jahren, deren Familie zum Beispiel Bürgergeld bzw. Grundsicherung, Wohngeld oder Kinderzuschlag bezieht, können eine einmalige Studienstarthilfe von 1.000 Euro bekommen. Sie ist für Anschaffungen wie Laptop, Fachbücher oder die Kaution gedacht und muss nicht zurückgezahlt werden.

Stipendien

Stipendien gibt es nicht nur für Studierende mit Bestnoten. Auch soziales Engagement oder ein besonderer Lebensweg zählen. Das Deutschlandstipendium bringt zum Beispiel 300 Euro im Monat, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Dazu kommen die Begabtenförderungswerke und zahlreiche kleinere Stiftungen.

Nebenjob

Viele Studierende arbeiten neben dem Studium. Bei einem Minijob dürfen Sie 2026 bis zu 603 Euro im Monat verdienen, ohne Sozialabgaben zu zahlen. Als Werkstudentin oder Werkstudent können Sie mehr verdienen, sollten während der Vorlesungszeit aber in der Regel nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Beziehen Sie BAföG, wird Einkommen über dem Freibetrag angerechnet.

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Das eigene Budget planen

Wer seine Einnahmen und Ausgaben kennt, kommt entspannter durchs Semester. Der größte Posten ist fast immer die Miete. Laut MLP Studentenwohnreport 2026 kostet eine kleine Studentenwohnung im Schnitt 567 Euro warm, in Großstädten wie München deutlich mehr. Ein WG-Zimmer ist meist günstiger.

Die folgende Tabelle zeigt ein Beispiel für ein monatliches Budget. Ihre tatsächlichen Kosten hängen stark von Stadt und Lebensstil ab.

Ausgabe

Beispielbetrag pro Monat

Miete inkl. Nebenkosten (WG-Zimmer)

400 bis 600 Euro

Lebensmittel

200 bis 250 Euro

Krankenversicherung (wenn nicht familienversichert)

rund 133 bis 146 Euro

Handy und Internet

20 bis 40 Euro

Lernmaterial

20 bis 30 Euro

Freizeit und Kleidung

80 bis 150 Euro

Semesterbeitrag (umgerechnet pro Monat)

20 bis 65 Euro

Unser Tipp: Notieren Sie im ersten Monat alle Ausgaben, zum Beispiel in einer Budget-App oder einer einfachen Tabelle. So sehen Sie schnell, wo Ihr Geld hingeht und wo Sie sparen können. Legen Sie außerdem einen kleinen Notgroschen für unerwartete Ausgaben zurück.

 

So sparen Sie im Studium

Befreiung vom Rundfunkbeitrag

Jede Wohnung muss den Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro im Monat zahlen. Wer BAföG bezieht und nicht bei den Eltern wohnt, kann sich davon befreien lassen. Den Antrag stellen Sie online beim Beitragsservice. In einer WG zahlt nur eine Person für die ganze Wohnung, die Kosten können Sie also teilen.

Studierendenrabatte nutzen

Mit Ihrem Studierendenausweis bekommen Sie viele Vergünstigungen: günstiges Essen in der Mensa, ermäßigten Eintritt in Museen, Kinos und Theater sowie Rabatte auf Software, Zeitungsabos oder Handyverträge. Fragen Sie einfach nach, bevor Sie bezahlen.

Versicherungen prüfen

Neben der Krankenversicherung ist vor allem eine private Haftpflichtversicherung sinnvoll. Während der ersten Ausbildung sind Sie oft noch über die Familienhaftpflicht Ihrer Eltern mitversichert. Prüfen Sie das, bevor Sie einen eigenen Vertrag abschließen. Weitere Versicherungen sind im ersten Semester meist nicht nötig.

Wohngeld als Alternative zum BAföG

Studierende mit grundsätzlichem BAföG-Anspruch bekommen in der Regel kein Wohngeld. Haben Sie aber keinen Anspruch auf BAföG, zum Beispiel wegen der Altersgrenze oder nach einem Fachwechsel, kann sich ein Wohngeldantrag lohnen.

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Ihre Finanz-Checkliste für das erste Semester

  • Kostenloses Girokonto eröffnet
  • Krankenversicherung geklärt (Familienversicherung oder studentische Versicherung)
  • Semesterbeitrag fristgerecht überwiesen
  • BAföG-Antrag gestellt (auch formlos, um keinen Monat zu verlieren)
  • Kindergeld mit den Eltern besprochen
  • Anspruch auf Studienstarthilfe geprüft
  • Passende Stipendien recherchiert
  • Monatliches Budget aufgestellt
  • Befreiung vom Rundfunkbeitrag beantragt (bei BAföG-Bezug)
  • Haftpflichtversicherung geprüft

 

Gut vorbereitet ins Studium starten

Mit ein wenig Planung vor dem Semesterstart haben Sie Ihre Finanzen von Anfang an im Griff. Stellen Sie Anträge früh, nutzen Sie alle Hilfen, die Ihnen zustehen, und behalten Sie Ihre Ausgaben im Blick. So können Sie sich auf das Wichtigste konzentrieren: Ihr Studium.

Hinweis: Alle Beträge entsprechen dem Stand Oktober 2026. Die BAföG-Reform mit höherer Wohnpauschale ist beschlossen, aber noch nicht in Kraft. Prüfen Sie aktuelle Werte im Zweifel bei den offiziellen Stellen.

Autor

Elif Ates

Customer Care Officer bei WIZBII

Ich bin Expertin für finanzielle Hilfen in Deutschland und teile alle Informationen mit Ihnen, damit Sie Ihre Rechte kennen.

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