Vor dem Semesterstart: Das sollten Sie erledigen
Ein kostenloses Girokonto eröffnen
Für BAföG, Kindergeld, Nebenjob und Miete brauchen Sie ein eigenes Konto. Viele Banken bieten für Studierende kostenlose Girokonten an, oft bis zu einem bestimmten Alter. Achten Sie darauf, dass auch die Girocard bzw. Debitkarte und das Abheben am Automaten kostenlos sind.
Die Krankenversicherung klären
In Deutschland müssen alle Studierenden krankenversichert sein. Ohne Nachweis ist keine Einschreibung möglich. Es gibt zwei Möglichkeiten:
- Familienversicherung: Bis zum 25. Geburtstag können Sie kostenlos über Ihre Eltern versichert bleiben, solange Ihr regelmäßiges Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Bei einem Minijob liegt sie 2026 bei 603 Euro im Monat.
- Studentische Krankenversicherung: Wer älter ist oder mehr verdient, zahlt einen Studierendentarif. Je nach Krankenkasse, Alter und Kinderzahl kostet er 2026 rund 133 bis 146 Euro im Monat, inklusive Pflegeversicherung.
Den Semesterbeitrag einplanen
Vor jedem Semester zahlen Sie einen Semesterbeitrag an Ihre Hochschule. Er finanziert unter anderem das Studierendenwerk, die Studierendenvertretung und oft ein Semesterticket für Bus und Bahn. Je nach Hochschule liegt er meist zwischen etwa 100 und 400 Euro. Den genauen Betrag und die Frist finden Sie auf der Website Ihrer Hochschule.
Finanzielle Hilfen für Studierende
BAföG
Das BAföG ist die wichtigste staatliche Hilfe für Studierende. Im Wintersemester 2026/27 beträgt der Höchstsatz 992 Euro im Monat für Studierende, die nicht bei den Eltern wohnen und selbst krankenversichert sind. Darin enthalten ist eine Wohnpauschale von 380 Euro. Die Hälfte des BAföG ist ein zinsloses Darlehen, die andere Hälfte ein Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen müssen. Die Höhe hängt vor allem vom Einkommen Ihrer Eltern ab.
Wichtig: BAföG wird nicht rückwirkend gezahlt, sondern erst ab dem Monat, in dem Ihr Antrag eingeht. Stellen Sie den Antrag deshalb so früh wie möglich, am besten online über BAföG Digital. Fehlende Unterlagen können Sie nachreichen.
Kindergeld
Während Ihrer ersten Ausbildung oder Ihres ersten Studiums haben Ihre Eltern in der Regel weiterhin Anspruch auf Kindergeld, längstens bis zu Ihrem 25. Geburtstag. 2026 sind das 259 Euro im Monat. Viele Eltern geben das Kindergeld an ihre studierenden Kinder weiter. Klären Sie am besten früh, wie Sie das handhaben.
Studienstarthilfe
Studierende unter 25 Jahren, deren Familie zum Beispiel Bürgergeld bzw. Grundsicherung, Wohngeld oder Kinderzuschlag bezieht, können eine einmalige Studienstarthilfe von 1.000 Euro bekommen. Sie ist für Anschaffungen wie Laptop, Fachbücher oder die Kaution gedacht und muss nicht zurückgezahlt werden.
Stipendien
Stipendien gibt es nicht nur für Studierende mit Bestnoten. Auch soziales Engagement oder ein besonderer Lebensweg zählen. Das Deutschlandstipendium bringt zum Beispiel 300 Euro im Monat, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Dazu kommen die Begabtenförderungswerke und zahlreiche kleinere Stiftungen.
Nebenjob
Viele Studierende arbeiten neben dem Studium. Bei einem Minijob dürfen Sie 2026 bis zu 603 Euro im Monat verdienen, ohne Sozialabgaben zu zahlen. Als Werkstudentin oder Werkstudent können Sie mehr verdienen, sollten während der Vorlesungszeit aber in der Regel nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Beziehen Sie BAföG, wird Einkommen über dem Freibetrag angerechnet.
Das eigene Budget planen
Wer seine Einnahmen und Ausgaben kennt, kommt entspannter durchs Semester. Der größte Posten ist fast immer die Miete. Laut MLP Studentenwohnreport 2026 kostet eine kleine Studentenwohnung im Schnitt 567 Euro warm, in Großstädten wie München deutlich mehr. Ein WG-Zimmer ist meist günstiger.
Die folgende Tabelle zeigt ein Beispiel für ein monatliches Budget. Ihre tatsächlichen Kosten hängen stark von Stadt und Lebensstil ab.
Ausgabe | Beispielbetrag pro Monat |
|---|---|
Miete inkl. Nebenkosten (WG-Zimmer) | 400 bis 600 Euro |
Lebensmittel | 200 bis 250 Euro |
Krankenversicherung (wenn nicht familienversichert) | rund 133 bis 146 Euro |
Handy und Internet | 20 bis 40 Euro |
Lernmaterial | 20 bis 30 Euro |
Freizeit und Kleidung | 80 bis 150 Euro |
Semesterbeitrag (umgerechnet pro Monat) | 20 bis 65 Euro |
Unser Tipp: Notieren Sie im ersten Monat alle Ausgaben, zum Beispiel in einer Budget-App oder einer einfachen Tabelle. So sehen Sie schnell, wo Ihr Geld hingeht und wo Sie sparen können. Legen Sie außerdem einen kleinen Notgroschen für unerwartete Ausgaben zurück.
So sparen Sie im Studium
Befreiung vom Rundfunkbeitrag
Jede Wohnung muss den Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro im Monat zahlen. Wer BAföG bezieht und nicht bei den Eltern wohnt, kann sich davon befreien lassen. Den Antrag stellen Sie online beim Beitragsservice. In einer WG zahlt nur eine Person für die ganze Wohnung, die Kosten können Sie also teilen.
Studierendenrabatte nutzen
Mit Ihrem Studierendenausweis bekommen Sie viele Vergünstigungen: günstiges Essen in der Mensa, ermäßigten Eintritt in Museen, Kinos und Theater sowie Rabatte auf Software, Zeitungsabos oder Handyverträge. Fragen Sie einfach nach, bevor Sie bezahlen.
Versicherungen prüfen
Neben der Krankenversicherung ist vor allem eine private Haftpflichtversicherung sinnvoll. Während der ersten Ausbildung sind Sie oft noch über die Familienhaftpflicht Ihrer Eltern mitversichert. Prüfen Sie das, bevor Sie einen eigenen Vertrag abschließen. Weitere Versicherungen sind im ersten Semester meist nicht nötig.
Wohngeld als Alternative zum BAföG
Studierende mit grundsätzlichem BAföG-Anspruch bekommen in der Regel kein Wohngeld. Haben Sie aber keinen Anspruch auf BAföG, zum Beispiel wegen der Altersgrenze oder nach einem Fachwechsel, kann sich ein Wohngeldantrag lohnen.
Ihre Finanz-Checkliste für das erste Semester
- Kostenloses Girokonto eröffnet
- Krankenversicherung geklärt (Familienversicherung oder studentische Versicherung)
- Semesterbeitrag fristgerecht überwiesen
- BAföG-Antrag gestellt (auch formlos, um keinen Monat zu verlieren)
- Kindergeld mit den Eltern besprochen
- Anspruch auf Studienstarthilfe geprüft
- Passende Stipendien recherchiert
- Monatliches Budget aufgestellt
- Befreiung vom Rundfunkbeitrag beantragt (bei BAföG-Bezug)
- Haftpflichtversicherung geprüft
Gut vorbereitet ins Studium starten
Mit ein wenig Planung vor dem Semesterstart haben Sie Ihre Finanzen von Anfang an im Griff. Stellen Sie Anträge früh, nutzen Sie alle Hilfen, die Ihnen zustehen, und behalten Sie Ihre Ausgaben im Blick. So können Sie sich auf das Wichtigste konzentrieren: Ihr Studium.
Hinweis: Alle Beträge entsprechen dem Stand Oktober 2026. Die BAföG-Reform mit höherer Wohnpauschale ist beschlossen, aber noch nicht in Kraft. Prüfen Sie aktuelle Werte im Zweifel bei den offiziellen Stellen.
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