BAföG – die zentrale staatliche Förderung
Das BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) ist die wichtigste staatliche Unterstützung für Studierende mit geringem Einkommen. Es soll sicherstellen, dass jeder unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern studieren kann.
Die Förderung besteht zur Hälfte aus einem Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen müssen, und zur Hälfte aus einem zinslosen Darlehen. Die Höhe hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, insbesondere vom Einkommen Ihrer Eltern und Ihrer Wohnsituation. Der maximale Förderbetrag liegt aktuell bei bis zu rund 992 Euro pro Monat.
Der Antrag kann online über das offizielle BAföG-Digitalportal gestellt werden.
Kindergeld – Unterstützung bis zum 25. Lebensjahr
Auch während des Studiums besteht in der Regel Anspruch auf Kindergeld, solange Sie sich in Ausbildung befinden und das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht haben.
Seit 2026 beträgt das Kindergeld 259 Euro pro Monat pro Kind. Es wird zwar an die Eltern ausgezahlt, wird aber häufig an die Studierenden weitergegeben und trägt damit direkt zur Finanzierung des Studiums bei.
Wohngeld – Unterstützung bei der Miete
Wenn Sie keinen Anspruch auf BAföG haben, kann Wohngeld eine mögliche Alternative sein. Dabei handelt es sich um einen staatlichen Zuschuss zur Miete, der nicht zurückgezahlt werden muss.
Wichtig ist jedoch: Studierende haben in der Regel keinen Anspruch auf Wohngeld, wenn sie grundsätzlich BAföG-berechtigt sind – selbst dann nicht, wenn sie tatsächlich kein BAföG erhalten. Ein Anspruch besteht nur in bestimmten Fällen, beispielsweise wenn keine BAföG-Berechtigung mehr vorliegt.
Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann Wohngeld eine spürbare finanzielle Entlastung darstellen. Die Höhe wird individuell berechnet und hängt von Ihrem Einkommen, Ihrer Miete und Ihrem Wohnort ab. Auch wenn Sie in einer Wohngemeinschaft leben, kann Wohngeld möglich sein, da Ihr persönlicher Mietanteil berücksichtigt wird.
Deutschlandstipendium – 300 Euro monatlich
Das Deutschlandstipendium richtet sich an leistungsstarke und engagierte Studierende aller Fachrichtungen. Es bietet eine monatliche Unterstützung in Höhe von 300 Euro.
Ein großer Vorteil ist, dass das Einkommen der Eltern keine Rolle spielt und das Stipendium nicht zurückgezahlt werden muss. Zudem wird es nicht auf BAföG angerechnet. Damit stellt es eine besonders attraktive Ergänzung zu anderen Förderungen dar.
Weiterbildungsstipendium – Förderung nach der Ausbildung
Das Weiterbildungsstipendium richtet sich vor allem an junge Menschen, die ihre Berufsausbildung mit sehr guten Ergebnissen abgeschlossen haben. Es unterstützt Sie finanziell bei weiteren Qualifizierungen oder einem Studium neben dem Beruf.
Gefördert werden beispielsweise berufsbegleitende Studiengänge oder fachliche Weiterbildungen. Dieses Programm ist besonders interessant für alle, die sich nach einer Ausbildung akademisch weiterentwickeln möchten.
Aufstiegsstipendium – Studium für Berufserfahrene
Das Aufstiegsstipendium richtet sich an Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung, die ein Studium aufnehmen möchten.
Es bietet eine monatliche finanzielle Unterstützung sowie zusätzliche Zuschüsse, etwa für Lernmaterialien. Ziel ist es, auch ohne klassischen Bildungsweg den Zugang zu einem Studium zu ermöglichen.
Rundfunkbeitrag – Befreiung oder Ermäßigung
In Deutschland zahlt jede Wohnung den Rundfunkbeitrag in Höhe von 18,36 Euro pro Monat. Viele Studierende wissen jedoch nicht, dass eine Befreiung möglich ist.
Eine Befreiung oder Ermäßigung kann gewährt werden, wenn Sie beispielsweise BAföG beziehen, Bürgergeld erhalten oder eine anerkannte Behinderung haben. Dadurch können Sie mehr als 220 Euro pro Jahr sparen.
Wichtig ist, dass die Befreiung aktiv beantragt werden muss.
Was bedeutet das konkret für Sie?
In Deutschland gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das eigene Budget während des Studiums zu verbessern. Von staatlichen Leistungen wie BAföG und Kindergeld über Wohngeld bis hin zu Stipendien und Einsparungen bei festen Kosten. Wer sich informiert, kann mehrere hundert Euro pro Monat sparen oder zusätzlich erhalten.
Es lohnt sich daher, alle verfügbaren Hilfen zu prüfen und gezielt zu nutzen. Viele dieser Unterstützungen werden nicht automatisch ausgezahlt, sondern müssen aktiv beantragt werden. Wer sich frühzeitig informiert, verschafft sich einen klaren finanziellen Vorteil im Studium.



